ûf der worte heide #32

  • »Hou­el­le­bec­q­mes­se­rei« – die­ses schö­ne Port­man­te­au­wort prä­gen Heinz Drügh, Susan­ne Kom­fort-Hein und Albrecht Koschor­ke in der Ver­tei­di­gung der Ger­ma­nis­tik gegen ihre Ver­äch­ter
  • »His­to­ri­en­schwar­ten­land », das benutzt die FAZ beim Bericht über die Ver­fil­mung eines Iny-Lorentz-Roma­nes
  • »Irri­ta­ti­ons­ver­mei­dung« – die­se schö­ne Bil­dung für einen unschö­nen Vor­gang der Gegen­wart von Peter Stroh­schnei­der habe ich hier gefun­den (ist nicht ganz neu, aber doch recht sel­ten …)

ûf der worte heide #31

  • »alt­päpern« – die­ses wun­der­bar spre­chen­de Wort begeg­ne­te mir erst­mals in Ulrich Zie­gers gro­ßem Roman »Durch­zug eines Regen­ban­des« auf Sei­te 274
  • »Einst­sieg« – begeg­ne­te mir als Feh­ler (für »Ein­stieg«), ist aber doch ein wun­der­ba­res Wort …
  • »neu­ern­tig« – ist kein neu­es Wort, auf­grund sei­ner Sel­ten­heit darf es hier aber den­noch ste­hen

ûf der worte heide #30

  • »Ein­hand­li­te­ra­tur« – kein neu­es Wort, aber ein mir bis­her unbe­kann­tes, das ich hier ken­nen­ge­lernt habe
  • »Pud­din­ga­b­itur« als Begriff für den Abschluss einer Haus­halts­schu­le, so schreibt Bar­ba­ra Vin­ken in der Zeit­schrift für Ide­en­ge­schich­te X/3
  • »Seit­her sind wir per­du« – kei­ne Neu­schöp­fung, aber ein Feh­ler (gemeint war im Zusam­men­hang einer Mai­ling­lis­ten­dis­kus­si­on: »Seit­her sind wir per Du«), der völ­lig neue Bedeu­tun­gen eröff­net …

ûf der worte heide #29

  • »Noten­ma­schi­ne« – Sabi­ne Bergk in »Gils­brod« (85) zur Cha­rak­te­ri­sie­rung einer Sän­ge­rin
  • »des­abon­nie­ren« – so über­setz­te eine fran­zö­si­sche Fir­ma das eng­li­sche »unsub­scri­be« ins Deut­sche …
  • »Züch­tungs­ram­sche« – ein wun­der­ba­res Wort – allei­ne der Klang! – aus der Welt der Pflan­zen­züch­tung (hier geht es um Popu­la­ti­ons­sor­ten für den Bio­land­bau)

Terror-Abwehr

Das Kom­po­si­tum ist gera­de sehr hoch­fre­quent: Ter­ror-Abwehr. Ich hal­te das für einen sehr schlech­ten, schlam­pi­gen Aus­druck. Denn wenn ich etwas abweh­re, setzt das ers­tens vor­aus, dass etwas unter­nom­men wird: Der Ter­ror geschieht also. Zwei­tens hat der Begriff eine direk­tio­na­le Bedeu­tung: Ter­ror kommt auf mich/​uns zu (was wie­der­um eine Dif­fe­renz von uns und etwas ande­rem, von innen und außen vor­aus­setzt). Und drit­tens: Das Begriffs­paar evo­ziert so etwas wie eine kla­re Gren­ze, die gezo­gen wer­den kann, eine Art Schutz­schild, das wir/​ich um uns/​mich auf­span­nen, an dem dann der Ter­ror ein­fach abprallt. So funk­tio­niert das natür­lich über­haupt nicht. Aber, und das ist der Grund, war­um der Begriff im poli­ti­schen und jour­na­lis­ti­schen Sin­ne pro­ble­ma­tisch wird, gera­de die Punk­te zwei und drei kom­men Ide­en, die der rechtskonservative/​restaurative/​nationale/​rechtsradikale etc. Bereich des poli­ti­schen Spek­trums gera­de sehr offen­siv ver­tritt, ziem­lich nahe: Wir müs­sen nur „die Gren­zen“ schlie­ßen („dicht machen“ heißt es ja oft) und „uner­wünsch­te Sub­jek­te“  (im Moment so ziem­lich alles, was nicht kern­deutsch aus­sieht und womög­lich noch mus­li­mi­schen Glau­bens ist) nicht her­ein­las­sen bzw. am bes­ten wie­der aus­wei­sen, um alle Gefah­ren zu ban­nen und (dies­be­züg­li­chen) Pro­ble­me zu lösen. Das ist natür­lich kei­ne Lösung, die funk­tio­nie­ren wür­de, son­dern Unsinn. Aber der Begriff Ter­ror-Abwehr legt zumin­dest nahe, dass es eine mög­li­che und legi­ti­me Stra­te­gie sein könn­te. Dabei kann man (viel­leicht liegt gera­de dar­in ein wesent­li­cher Wesens­kern) Ter­ror nicht abweh­ren, son­dern höchs­ten ver­hin­dern oder unter­bin­den. Aber das macht dann das schö­ne Bild kaputt.

Deppenapostroph anno 1921

In dem ziem­lich groß­ar­ti­gen Berg­film »Im Kampf mit dem Ber­ge« (1921) von Arnold Fanck, der auch eine wun­der­ba­re durch­kom­po­nier­te Film­mu­sik von Paul Hin­de­mith hat, taucht auf einer der ers­ten Text­ta­feln ein klas­si­scher Dep­pen­apo­stroph (wenn man den Aus­druck ver­wen­den will …) auf:
deppenapostroph 1920 (im kampf mit dem berge)

Auch typo­gra­phisch war man 1921 genau­so wenig vor Feh­lern gefeit wie heu­te, wie die­se Tafel zeigt – beim Titel hat der Set­zer ein­fach ziem­lich deut­lich geschlampt:
typographiefehler 1920 (im kampf mit dem berge)

Buchstabensuppe

Die „Schlag­sei­te“ von Achim Bar­c­zok aus dem Heft 13 der c’t:

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