ûf der worte heide #34

»Sinn­tur­bo­la­der«, eine schö­ne Fügung von Bertram Rei­ne­cke »Fahr­gäs­te­schaft« nennt Andre­as Kurz in sei­nem Buch Der Blick von unten durch die Baum­kro­ne in den Him­mel (182) die Insas­sen eines Bus­ses »hys­te­ri­sie­rungs­be­reit«, so schön kri­ti­siert Harald Wel­zer die Medi­en

ûf der worte heide #33

»Zurückdrehungspartei« nennt Ulrich Stock en pas­sant die AfD in der »Zeit« »Reh­scheu­che« ist kei­ne Novi­tät, war mir aber neu, als ich das bei Mari­on Posch­mann (Mond­be­trach­tung in mond­lo­ser Nacht, 138) las – und ist ein schö­nes Wort »Kor­nen­krax­ler­n­ost­al­gie« – so ein schö­nes Wort hat sich Mar­le­ne Stree­ru­witz (in: Mar­le­ne Stree­ru­witz über Ber­tha von Sutt­ner. Wien: […]

ûf der worte heide #32

»Hou­el­le­bec­q­mes­se­rei« – die­ses schö­ne Port­man­te­au­wort prä­gen Heinz Drügh, Susan­ne Kom­­fort-Hein und Albrecht Koschor­ke in der Ver­tei­di­gung der Ger­ma­nis­tik gegen ihre Ver­äch­ter »His­to­ri­en­schwar­ten­land », das benutzt die FAZ beim Bericht über die Ver­fil­mung eines Iny-Lorentz-Roma­­nes »Irri­ta­ti­ons­ver­mei­dung« – die­se schö­ne Bil­dung für einen unschö­nen Vor­gang der Gegen­wart von Peter Stroh­schnei­der habe ich hier gefun­den (ist nicht ganz […]

ûf der worte heide #31

»alt­päpern« – die­ses wun­der­bar spre­chen­de Wort begeg­ne­te mir erst­mals in Ulrich Zie­gers gro­ßem Roman »Durch­zug eines Regen­ban­des« auf Sei­te 274 »Einst­sieg« – begeg­ne­te mir als Feh­ler (für »Ein­stieg«), ist aber doch ein wun­der­ba­res Wort … »neu­ern­tig« – ist kein neu­es Wort, auf­grund sei­ner Sel­ten­heit darf es hier aber den­noch ste­hen

ûf der worte heide #30

»Ein­hand­li­te­ra­tur« – kein neu­es Wort, aber ein mir bis­her unbe­kann­tes, das ich hier ken­nen­ge­lernt habe »Pud­din­ga­b­itur« als Begriff für den Abschluss einer Haus­halts­schu­le, so schreibt Bar­ba­ra Vin­ken in der Zeit­schrift für Ide­en­ge­schich­te X/3 »Seit­her sind wir per­du« – kei­ne Neu­schöp­fung, aber ein Feh­ler (gemeint war im Zusam­men­hang einer Mai­ling­lis­ten­dis­kus­si­on: »Seit­her sind wir per Du«), der […]

ûf der worte heide #29

»Noten­ma­schi­ne« – Sabi­ne Bergk in »Gils­brod« (85) zur Cha­rak­te­ri­sie­rung einer Sän­ge­rin »des­abon­nie­ren« – so über­setz­te eine fran­zö­si­sche Fir­ma das eng­li­sche »unsub­scri­be« ins Deut­sche … »Züch­tungs­ram­sche« – ein wun­der­ba­res Wort – allei­ne der Klang! – aus der Welt der Pflan­zen­züch­tung (hier geht es um Popu­la­ti­ons­sor­ten für den Bio­land­bau)

Terror-Abwehr

Das Kom­po­si­tum ist gera­de sehr hoch­fre­quent: Ter­ror-Abwehr. Ich hal­te das für einen sehr schlech­ten, schlam­pi­gen Aus­druck. Denn wenn ich etwas abweh­re, setzt das ers­tens vor­aus, dass etwas unter­nom­men wird: Der Ter­ror geschieht also. Zwei­tens hat der Begriff eine direk­tio­na­le Bedeu­tung: Ter­ror kommt auf mich/​​uns zu (was wie­der­um eine Dif­fe­renz von uns und etwas ande­rem, von innen […]

Betriebsarzt

Kein Feh­ler im eigent­li­chen Sin­ne, aber doch eine auf­fäl­li­ge (und mei­nes Erach­tens unsin­ni­ge) Sprach­ver­wen­dung: Die Lan­des­bank Baden-Wür­t­­te­m­­berg (die ja die rhein­­land-pfäl­zi­­sche über­nom­men hat und des­we­gen eine Filia­le bei mir in der Nähe unter­hält) hat nicht ein­fach einen »Betriebs­arzt« – nein, der ist Teil der »Cor­po­ra­te Sustai­na­bi­li­ty«. Was auch immer das kon­kret dann sein mag.